Wer in Kirn den über die Nahe führenden "Kuckucksweg" (Schillersteg) überschreitet, kommt pfadaufwärts durch den Klingelrech zum Meckenbacher Weg, der hier neben der Nahe in östlicher Richtung verläuft.

Südwärts erstreckte sich ehemals das Meckenbacher Wiesengelände, nach dem 2. Weltkrieg ist hier die Meckenbacher Siedlung (Siedlung über Nahe) entstanden, ein Stadtteil von Kirn mit heute über 2.500 Einwohnern.
Wandert man in östlicher Richtung weiter und überquert die Umgehungsstraße gelangt man auf die Hohl. Dort, wo der Weg eine scharfe Rechtskurve nach Süden. einschlägt, wird das vom Meckenbach einge-schnittene wiesenbeuferte Seitentälchen der Nahe sichtbar. Nach 30m Breite erweitert sich das Wiesentälchen langsam, es werden die ersten Häuser von Meckenbach sichtbar. Hier stand bis vor 200 Jahren die Stampmühle (Flurbezeichnung. Im Stamp).

Am Bach drehte sich ein oberschlächtiges Mühlenrad mit breiten Schaufeln. das über Zahnräder einen schweren vierkantigen Eichenstamm (Stamper oder Stampfer) in die Höhe beförderte. Mit Hilfe einer Auslösung wurden die Körner des in einem Vierkantbehälter gefüllten Kohls oder Raps zerquetscht. um das Öl freizugeben.

Die ausgestampften Reste (Ölkuchen) waren begehrtes Viehfutter. Der Stampmüller, ein Herr Becker, betrieb üblicherweise mit Familie nebenher noch eine kleine Landwirtschaft (Ackerbau. Viehzucht, Gemüseanbau), da die Ölgewinnung natürlich nicht das ganze Jahr Arbeit brachte. Auch ein Esel zur Sackbeförderung konnte sich von den saftigen Wiesen ernähren, daher die Flurbezeichnung "Eselsheck" (= Grasplatz des Esels).

Der Meckenbacher Stampmüller führte auch eine einfache Schankstube. Bauern, die ihren Kohl oder Raps zur Mühle brachten oder vom Kirner Markt kamen, konnten hier Bier oder (Meckenbacher) Wein ausgeschenkt bekommen.

Leider findet sich heute kein Mauerrest mehr, um Zeugnis über die Lage der Mühle abzugeben.